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Plougsgård – Plougs Hof

Plougsgård lag in Plougstrup. Der Hof brannte 1920 nieder, aber konnte auf eine interessante Geschichte zurückblicken, bei der unter anderem ein Königsmörder eine Rolle spielt.

Plougs Aussiedlerhof
Etwas östlich von Jernved liegt Plougstrup. 1638 schrieb der Pastor Lauge Sørensen einen Bericht an den Stift zu Ribe, indem er mehrere Grabhügel in Plougstrup, wie er diese Stätte nannte, beschrieb. Er beschrieb insgesamt zehn Grabhügel namentlich. Einer dieser Hügel hieß angeblich Plougs Høj (Plougs Hügel, heute Plougshøj). Nach ihm wurde diese Stätte benannt.

Plougstrup bedeutet Plougs Aussiedlerhof. Daher muss man davon ausgehen, dass der Aussiedlerhof von einer Person mit Namen Ploug gegründet wurde, wahrscheinlich noch in heidnischer Zeit. Hier hatte über Jahrhunderte ein Großbauerngeschlecht seinen Sitz, dessen Status dadurch sichtbar war, dass sein Hof größer war als die anderen der Gegend.

Sorte Plov
Der Adlige und Angehörige des königlichen Gefolges Sorte Plov (Sorte Ploug) ist aus der isländischen Knytlingesaga bekannt, die aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammt. In der Saga wird berichtet, dass auf einem Hof in Plougstrup ein Mann namens Sorte Plov (wörtlich Schwarzer Pflug) wohnte. Er tötete 1137 den dänischen König Erik II. Emune. Dies geschah bei einem Thing in Ribe (vielleicht in Hviding). Vermutlich, weil der König den Vater von Sorte Plov hatte töten lassen. Der Grund hierfür soll gewesen sein, dass der Vater dem König ebenfalls bei einem Thing widersprochen hatte. Nachdem Königsmord führte Sorte Plov noch viele Jahre ein „ehrenvolles“ Leben. Doch 1151 wurde er angeblich auf Befehl des neuen Königs Svend Grathes selbst getötet. Svend Grathe war der Sohn von Erik Emune.


Erik II Emunes portræt i Ribe Domkirke. Foto: Jernved Sognearkiv.
Porträt von Erik II. Emune im Dom zu Ribe. Foto: Jernved Sognearkiv.

Plougsgård
Plougsgård hatte im Laufe Zeit der verschiedene Besitzer, bis er 1579 abbrannte. Der seinerzeitige Besitzer Kristen Vind war Offizier auf dem Schloss des Königs in Kopenhagen. Nach dem Brand erhielt er eine königliche Urkunde, dass er und sein Geschlecht den Hof auf ewige Zeit behalten und nutzen dürften. Gleichzeitig wurden an einer anderen Stelle neue Hofgebäude errichtet.

Während der alte Hof eher einer Burg glich, war der neue Hof ein gewöhnlicher Bauernhof. 1583 gehörte er den Jungfrauen Barbara und Berete Vind, und 1586 Frau Marie Henrik Vind. Einer alten Schrift aus dieser Zeit zufolge „leben dort draußen nur noch Bauern“.

Später – im Jahr 1619 – erhielt der Hof wieder einen adligen Besitzer, nämlich Jesper Lunov zu Plougstrup. Er hatte den Hof sicherlich geerbt. Dies war das letzte Mal, dass der Hof als Adelshof erwähnt wurde.

1920 brannte der Hof erneut ab und wurde nicht mehr neu aufgebaut. Es gibt jedoch noch eine Fotografie, auf der man sehen kann, wie er vor dem Brand aussah.

Autor: Knud Elbæk Sørensen, Jernved Sognearkiv

Quellen und Literatur:
Jernved Sognearkiv, siehe http://gredstedbroegnen.dk/foreninger/sognarkivet/